Schon komisch, so vor dem Ende von allem zu stehen, was bisher normal, alltäglich und gewohnt war… Die Umgebung, die Leute, die Gerüche, Farben und Düfte… alles erscheint so normal und ich beachte es kaum…

Heute war ich im Garten und habe all diese wunderschönen Blumen gesehen, die so bunt leuchten als hätte jemand versehentlich einen Farbkasten darüber ausgegossen…

Und dann zu verstehen, dass dies vorerst die letzten Tage/Wochen hier sind… Im Moment scheint mir Indien so weit weg wie noch nie, obwohl es gleichzeitig so nah wie noch nie ist…

Letzten Freitag war die letzte Gruppenstunde mit meinen Mädels. Sonntag hatte ich den letzten Auftritt mit meiner Band. Der letzte Schultag liegt schon länger hintermir… Immer öffter stelle ich fest, dass ich diese und jene Person zum letzten mal für lange nicht mehr sehen werde…

So lange hat sich die Zeit angefühl wie eine große Schüssel klebriger Teig, wie das waten in hüfthohem Wasser, so als ob man hängen bleibt, festklebt, nicht vorwärts kommt…

Und jetzt fühle ich mich, als befinde ich mich in einem Strudel aus Tagen, Stunden, Minuten, Sekunden. Ich weiß nicht wo oben und wo unten ist, ich kann mich nirgends fest halten, alles gleitet durch meine Finger und ich schieße mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit auf das Land zu, das schon so lange in meinen Gedanken und Träumen herumschwirrt…

So langsam fange ich an, dass zu fühlen, was ich immer in den Augen derer hab aufblitzen sehen, denen ich auf die Frage, was ich den nach der Schule mache, geantwortet habe: „Ich gehe nach Indien.“ Das ungläubige Staunen das diese Antwort oft hervorgerufen hat, schleicht sich immer öfter auch in meine Gedanken und ich wundere mich manchmal sogar über mich selbst…

Ich weiß jetzt schon: Wenn ich im Flieger sitze und dieser kurz davor ist abzuheben werde ich mich fragen, welcher Teufel mich bei diesem Entschluss den geritten hat und gleichzeitig wird mein Herz so schnell schlagen wie ein Kolibri mit seinen Flügeln schlägt.

Aber gleichzeitig wird auch meine Neugier und meine Freude auf dieses Land ins Unermessliche wachsen, die Vorfreude sich in Freude über dieses Abenteuer verwandeln und ich werde mich wohl, noch viel stärker als jetzt gerade, fragen, ob es das letzte mal oder aber das erste mal sein wird…

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