Ich bin wieder da. Vor einer Woche habe ich Indien nun also verlassen und bin wieder nach Deutschland geflogen… Dank Vulkanasche und einer etwas seltsamen Regelung seitens Air India hat sich mein Aufenthalt in Indien noch um einen Tag verlängert und ich habe im wohl teuersten Hotel meiner ganzen Reise noch eine extra Nacht in Mumbai verbringen dürfen – Air India bezahlte 🙂

Wieder hier zuhause, in Deutschland zu sein fühlt sich komisch an… Es ist kalt, ordentlich, ruhig, so vertraut, normal und alles ist so geblieben wie es war… Als wäre ich nie weg gewesen… Obwohl es grade einmal eine Woche her ist, dass ich in Indien war kommt mir jetzt schon alles wie ein Traum vor und manchmal frage ich mich ob ich das wirklich alles erlebt habe oder es nur ein Traum war… So unterschiedlich sehen deutsche und indische Realität aus das es mir vorkommt als können beide nicht gleichzeitig existieren, verrückte Welt! Hier kommt es mir oft so vor als wäre ich unter Wasser. Kaum Geräusche, wo ich mich in Indien so an alle möglichen und unmöglichen Geräusche gewöhnt hatte. Ausserdem ist es hier so leblos. Kaum Menschen auf den Strassen, nichts passiert. In Indien findet das Leben auf der Strasse, draussen, im Freien statt und jeder nimmt Teil. Hier verschanzt sich jeder in seinem Haus und ist lieber für sich allein. So anders als das überlaufende Lebens- und Gefühlschaos Indiens wo jeder mittendrin und dabei ist, es sowas wie Privatsphäre überhaupt nicht gibt.

Wunderschön ist es aber, hier so viele nette Leute wiederzutreffen, die ich unterwegs oft vermisst habe. Und so viele die mir interessiert Fragen stellen, mich mit einem ehrlichen „schön,  dass du wieder da bist!“  begrüssen und mir das Gefühl geben ihnen wichtig zu sein. Da ist Indien oft anders. Zwar wird man auf den Strassen ununterbrochen gefragt „How are you“ aber kaum jemand wartet wirklich die Antwort ab. Auf der anderen Seite ist die obligatorische Frage „Und wie wars? Hat es dir gefallen?“ so unglaublich schwer zu beantworten. Indien ist einfach nicht in Worte zu fassen, zu anders, zu verrückt, zu wenig mit dem Verstand zu fassen… Es war natürlich genial, unglaublich toll aber das beschreibt das was ich erlebt habe in keinster Weise, denn alles was ich erzählen kann stimmt auch im genauen Gegenteil! Indien ist wunderschön und gleichzeitig abgrundtief hässlich, chaotisch und unglaublich organiesirt, arm und reich, herzlich und auch wieder nicht, fröhlich und traurig, lustig und zum verzweifeln, bunt und schwarz-weiß … Eigentlich bin ich sprachlos über Indien und habe auf der anderen Seite so viel zu erzählen, soviele Geschichten erlebt und gehört, Menschen getroffen, Freunde gefunden, Abenteuer bestanden und Krankheiten überstanden, an mir selbst und allem gezweifelt und mich selbst und Bestätigung gefunden.

Indien ist anders, anders als alles und nicht in Worte zu fassen. Indien muss man erleben, spüren. Und selbst dann kann man dieses Land nicht verstehen. Wenn einem etwas klar wird verdunkelt sich etwas anderes wieder. Versteht man hier etwas stürzt es einen auf der anderen Seite in absolutes Unverständnis. Indien muss man erleben und hinnehmen wie es ist. Indien ist Indien. Ohne wenn und aber. Indien eben.

Du kannst es lieben oder hassen, wunderschön oder furchtbar finden.  Aber es ist und bleibt Indien, Land der Gegensätze, jenseits von gut und böse.

Ich liebe es.

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